Die höhere menschliche Natur (alle)
Bhagavad Gita 7.4–7.6
„Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum/Äther, Manas, Buddhi und Ahaṅkāra (Ich-Macher/Ich-Prinzip) – so ist diese meine Natur achtfach gegliedert.
Diese ist die niedere. Doch erkenne darüber hinaus eine andere, meine höhere Natur, o Starkarmiger: die zum Jīva (Erfahrungs-Seele) geworden ist und durch welche diese Welt getragen wird.
Erkenne, dass alle Wesen diese [beiden Naturen] als ihren Ursprung haben. Ich bin der Ursprung der gesamten Welt und ebenso ihre Auflösung.“
~ Krishna ~
***
Wer und was sind wir? Als Mensch und Seele? Im Grunde beschreibt Krishna es mehr aus seiner bereitstellenden Logos-Perspektive etwas und es gehört ansonsten in der Auflistung nach Manas und Buddhis noch Atma (das höhere Selbst, anstelle des illusorischen Selbst). Dann wären es die drei Kern-Seelen-Aspekte (grob Intelligenz, Liebe-Weisheit, göttlicher Willensaspekt). Und es bedeutete, dass diese Natur allen Erfahrungs-Seelen (inkarnierten Seelen) in dem Sinne eigen ist und was die geistige Natur des Menschen bedeutet.
Das was ein Logos kosmisch bereitstelle ist noch etwas anderes, als Erfahrung, als das, was ein inkarnierter Mensch erleben mag und dennoch nutzen wir die selben geistigen Prinzipien und es ist eine Frage dessen, wie weit die Seele etwas handhaben kann und wie sie mit etwas umgeht, als das es geistig was gänzlich anderes wäre, wonach die eigene Seelen-Natur agiert und ausgerichtet ist.
Das die Seele als etwas suspekteres angesehen wird und auch der Aufbau der Antahkarana in der Theosophie mit hin als Teil eines Einweihungsweges aufgefasst wird. Als auch ein Rudi Steiner in der Anthroposophie gewisse Verbiegungen macht, mittels Übung die Seele als etwas suspekteres, was es zu erreichen gilt oder wo die Aufmerksamkeit der erworben gehört, sowohl vom Menschen zur Seele, als auch umgekehrt. Dies mag seine Berechtigung wohl darin finden, dass die Seele wirklich erst auf ein Inkarnation in der Form aufmerksam werden muss, als dass die Aufmerksamkeit der Inkarnation ebenfalls verstärkt im Seelenfokus sich bündelt.
So findet das ein zum anderen oder arbeitet etwas im Widerstreit und Widerspruch neben sich, da dass eine Persönlichkeits-Ego nicht in Synthese zum Seelen-EGO kommt. Und auch dies mag für die eine oder andere Inkarnation womöglich genau der richtige Weg sogar sein, da die Seele-Perspektive viele Verblendungen und Illusionen auflöst, aber selbst diesen verfällt. Ebenso wie ein Meister der Weisheit bekanntlich laut Theosophie ebenfalls nicht frei von Verblendung und Illusionen ist, die höheren kosmischen Ebenen betreffend, die auch daher verschleiert bleiben.
Die Frage ist, warum ein Jiva (Erfahrungsseele samt Seelenzyklen) gebildet wurde? Für welche Ausdehnung und Erfahrung? Was hat Gott gereizt einen Seelenanteil dieser Art ins Leben zu berufen oder im mittelbaren Sinne, die eine oder andere Geist-Monade/Überseele? Es gibt für gewöhnlich wohl einen göttlichen Zweck und Seelenplan dahinter, welcher sich weit mehr als über eine bestimmte Inkarnation erstreckt. Dies lässt sich wohl nicht pauschal beantworten, außer im Sinne der Einweihung (theosophisch) und der Seelenentwicklung an sich.
Und ebenso auch gezielt diese eine bestimmt bedingte Inkarnation - es hat alles einen Selbst-Zweck bereits an sich. Aktuell könnte man vielleicht auf mitwirken an zyklischen Umstellungen anführen, aber wenn steht eine Wandeltwelt still? Es zieht jeder Zyklus, auch der düsterste oder hellste, exakt die Seelen an, die sich zur Tätigkeit eingeladen und berufen sehen. Ein anderer Zyklus, wird andere Seelen und andere Zeiten hervorbringen. Und nicht zuletzt leitet eine Logos-Vertreter-Inkarnation eine Wende in jedem Zyklus ein und räumt mit verschiedenen Entartungen mit auf.
Alles ist eine Art Spiel von: "Die Geister die man gerufen hat" oder besser noch, die ein Logos gerufen hat. Was nicht unwesentlich ist, ist die Identität, worauf diese beruht. Und selbstredend ist die Energie da, die da ist, das Karma inbegriffen, welches seine Erfahrungen und Lektionen auf den Plan ruft (mehr als energetische Wirkung, denn moralische Wertvorstellung aufgefasst).
Von dem abgesehen, dass es in der Gita von Krishna heißt, dass der Mensch noch kürzer gefasst, wohl nur noch als "ein fleischgewordner Glaube nur" aufgefasst und benannt wird. Und selbst wenn sich die Welt wandeln mag, es bleibt am Ende, dem eigenen Leben einen höheren Zweck zu verpassen oder dieses jenem mehr unter zu ordnen und zuzuführen. Vor allem in Richtung der Überseele, jedoch will auch hier die einzelne Inkarnation wohl genug Aufmerksamkeit erst erzeugen, wie in sich, so über sich und so um sich.
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